2018 in der UFC bisher – Die wichtigsten Kämpfe und Ereignisse (Teil 1)

MMA Wetten Redaktion: Die ersten 3 Monate des Jahres 2018 sind vorüber, und es waren äußerst ereignisreiche Monate für die MMA-Welt. Die UFC hat mit der letzten Großveranstaltung, UFC 222 Cyborg vs Kunitskaya, bereits die achte Fight Card in diesem Jahr veranstaltet, auf der anderen Seite hat auch Bellator MMA bereits 4 Großveranstaltungen hinter sich und das Bellator Heavyweight World Grand Prix Tournament ist in vollem Gange.

Wir wollen uns daher einmal einen Überblick verschaffen, was bisher so passiert ist. Hier zuerst einmal eine Liste der aktuellen Champions der beiden größten Organisationen (Stand 25.03.2018):

UFC Champions Männer

GewichtsklasseChampionSeitTitelverteidigungen
Heavyweight / SchwergewichtUnited States Stipe Miocic14. Mai 20163
Light Heavyweight / HalbschwergewichtUnited States Daniel Cormier23. Mai 20153
Middleweight / MittelgewichtAustralia Robert Whittaker4. November 20170
Welterweight / WeltergewichtUnited States Tyron Woodley30. Juli 20163
Lightweight / LeichtgewichtRepublic of Ireland Conor McGregor
United States Tony Ferguson
(Interim champion)
12. November 20160
Featherweight / FedergewichtUnited States Max Holloway3. Juni 20171
Bantamweight / BantamgewichtUnited States T.J. Dillashaw4. November 20170
Flyweight / FliegengewichtUnited States Demetrious Johnson22. September 201211

UFC Champions Frauen

GewichtsklasseChampionSeitTitelverteidigungen
Featherweight / FedergewichtBrazil Cris Cyborg29. Juli 20172
Bantamweight / BantamgewichtBrazil Amanda Nunes9. Juli 20162
Flyweight / FliegengewichtUnited States Nicco Montaño1. Dezember 20170
Strawweight / StrohgewichtUnited States Rose Namajunas4. November 20170

Bellator Champions Männer

GewichtsklasseChampionSeitTitelverteidigungen
Heavyweight / SchwergewichtVakant (Bellator Heavyweight Tournament)14. Mai 2017-
Light Heavyweight / HalbschwergewichtUnited States Ryan Bader24. Juni 20171
Middleweight / MittelgewichtBrazil Rafael Carvalho23. Oktober 20153
Welterweight / WeltergewichtCanada Rory MacDonald20. Januar 20180
Lightweight / LeichtgewichtUnited States Brent Primus24. Juni 20170
Featherweight / FedergewichtBrazil Patrício Freire21. April 20170
Bantamweight / BantamgewichtUnited States Darrion Caldwell6. Oktober 20170

Bellator Champions Frauen

GewichtsklasseChampionSeitTitelverteidigungen
Featherweight / FedergewichtCanada Julia Budd3. März 20171
Flyweight / FliegengewichtUnited States Ilima-Lei Macfarlane3. November 20170
Strawweight / StrohgewichtVakant5. Februar 2013

UFC Fight Night: Stephens vs. Choi Rückblick

Die erste UFC-Veranstaltung des Jahres 2018, UFC Fight Night: Stephens vs. Choi, fand am 14. Januar 2018 in St. Louis, Missouri statt. Hauptkampf war der Namensgeber der Fight Card, ein Kampf im Featherweight zwischen Publikumsliebling und UFC-Veteran Jeremy “Lil’ Heathen” Stephens und dem “Korean Superboy” Doo Ho-Choi.

Die Main Card von UFC Fight Night: Stephens vs. Choi wurde eingeläutet von einem weiteren Kampf im Federgewicht der Männer, Michael “The Menace” Johnson trat gegen Darren Elkins an und musste seine dritte Niederlage in Folge einstecken, allerdings muss man hierbei bedenken, gegen welche Konkurrenz Michael Johnson diese Niederlagen erlitt, namentlich waren es vor Darren Elkins’ Aufgabesieg durch Rear Naked Choke in der zweiten Runde noch Justin Gaethje und davor Khabib Nurmagomedov, denen Johnson erlag.

Im zweiten Kampf nutzte Kamaru Usman sein überlegenes Wrestling, um den Norweger Emil ‘Valhalla” Meek durch Punktesieg zu bezwingen. Dies war Usmans 11ter Sieg in Folge, in der UFC ist er bisher unbesiegt und mit diesem Sieg sollte es bald einen Top15 Gegner für ihn geben, dass dies bisher nicht geschah liegt wohl einzig und allein am Wrestling-lastigen Stil Usmans, der bei den meisten Fans wie auch bei UFC-Präsident Dana White nicht so gut ankommt wie etwa die Alles-oder-Nichts Kämpfermentalität z.B. eines Jeremy Stephens.

Im Co-Main Event in der Strawweight-Klasse der Frauen traf Jessica-Rose Clark auf Paige VanZant und besiegte die Kämpferin aus dem Team Alpha Male durch klaren Punkteentscheid.

Der Hauptkampf der UFC Fight Night hielt, was er versprach, Jeremy Stephens ging wie gewohnt aggressiv vorwärts, was dem Koreaner Doo Ho-Choi zunehmend Probleme bereitete. Dennoch landete er einige gute Konter, vor allem war es jedoch verblüffend anzusehen, wie der “Korean Superboy” alles einzustecken schien, was Jeremy Stephens ihm entgegenwarf. Mehrere Male wurde Doo Ho-Choi hart getroffen, wirkte jedoch jedesmal fast unbeeindruckt.

Anders jedoch in der zweiten Runde, Stephens traf Doo Ho-Choi mit einem krachenden rechten Schwinger über die Deckung, der Südkoreaner ging zu Boden und nach ein paar brutalen Ellbogen Stephens gegen den am Boden liegenden “Korean Superboy” brach Ringrichter Keith Petersen den Kampf zu Gunsten Stephens ab.

 

UFC 220: Miocic vs Ngannou Rückblick

UFC 220: Miocic vs Ngannou war eine der meistgehyptesten Veranstaltungen der UFC in jüngster Zeit. Vor allem Herausforderer Francis Ngannou wurde von der UFC vor der Veranstaltung wie kaum ein anderer Kämpfer abgesehen von Conor McGregor gepusht, dies ging soweit, dass der amtierende Champion Stipe Miocic sich zu Recht etwas respektlos behandelt fühlte, schließlich war es seine Chance, den Schwergewichts-Rekord der meisten Titelverteidigungen (3 Titelverteidigungen) einzustellen.
Anstatt jedoch den Champion aus Cleveland, Stipe Miocic, zu promoten, schien es sich die UFC in den Kopf gesetzt zu haben, den Kameruner Francis Ngannou zum neuen Star der Schwergewichts-Division zu machen.

So landete “The Predator” z.B. den “härtesten Schlag aller Zeiten”, dies war noch vor seinem Sieg durch einen Uppercut aus der Hölle im Titelherausforderer-Kampf gegen Alistair Overeem.

Dies war jedoch nicht der einzige Titelkampf von UFC 220, im Co-Main Event traf Daniel “DC” Cormier auf den Schweizer Volkan Oezdemir, der zuvor 3 Siege in der Schwergewichtsklasse der UFC einfuhr und auch schon bei Bellator MMA kämpfte. Hierbei handelte es sich um den Versuch zur dritten Titelverteidung Daniel Cormiers, nachdem wie allen MMA-Fans bekannt sein sollte der zuerst verlorene Kampf gegen Jon Jones bei UFC 214 nach dem positiven Dopingtest von Jon Jones zum No Contest erklärt wurde und Cormier somit den Titel behielt bzw. wieder zugesprochen bekam.

Daniel Cormier vs Volkan Oezdemir

Von Anfang an baute DC genug Druck auf und wechselte ständig zwischen einer Position außerhalb der Reichweite Oezdemirs in die In-Fight oder Clinch-Position und machte es dem Schweizer Knockout-Künstler damit unmöglich, die richtige Distanz für seine Schläge zu finden.

Zu Ende der ersten Runde war es eindeutig Cormier, der die wirksamsten Schläge landen konnte, er traf Oezdemir unter anderem mit harten Uppercuts aus der Clinch-Position. In der letzten Minute entschied sich Cormier, Oezdemir mit einem Single Leg Takedown zu Boden zu bringen, von hier aus arbeitete er sich schnell in den Rücken Oezdemirs und als die Ringglocke ertönte hatte Cormier Oezdemir scheinbar komplett im Rear Naked Choke, was Joe Rogan auch feststellte, als er rief “Oooh, saved by the buzzer!”.

In der zweiten Runde ließ sich Daniel Cormier keine Zeit, sondern ging sofort wieder zu seinem Single Leg Takedown über und bearbeitete Oezdemir solange aus der Cruzifix-Position, bis der Ringrichter den Kampf schließlich abbrach.

Am Ende sollte Daniel Cormier also mit seiner Aussage Recht behalten, dass Volkan Oezdemir ein böses Erwachen blühen wird, da er noch nicht die nötige Erfahrung gegen Kämpfer des Kalibers und vor allem der Widerstandskraft und dem Wrestling eines Daniel Cormier besitzt.

Stipe Miocic vs Francis Ngannou

In der ersten Runde war Ngannou der erste, der mit einem harten Highkick angriff, den Stipe gerade so mit dem Arm abblocken konnte. Daraufhin versuchte Stipe einen Takedown, Ngannou gelang es jedoch, aus purer Kraft wieder aufzustehen und er ging wie erwartet aggressiv vor und versuchte, Stipe mit harten rechten Schwingern auszuknocken. Stipe steckte einige harte Schläge ein, meistens war er jedoch schnell genug, Ngannous Schlägen auszuweichen.

Nachdem Ngannou zwei harte Rechte landete, ging Stipe zu einem Double Leg Takedown über und hatte Ngannou eine zeitlang in der Sidemount. Schließlich gelang es Ngannou ein zweites Mal, sich wieder auf die Beine zu kämpfen und die beiden tauschten einige harte Schläge aus. Zu diesem Zeitpunkt sah Francis Ngannou bereits nicht mehr frisch aus, gerade die Verteidigung der Takedowns schien an ihm zu zehren. In den letzten 30 Sekunden ging Miocic bereits deutlich aggressiver vor, die beiden standen in Schlagweite und schlugen beide mit harten Schlägen zu, von denen auch einige landeten. Ein dritter Takedown Miocics in den letzten Sekunden war erfolgreich und die Runde endete mit Ngannou auf dem Rücken und Stipe Miocic in Kontrolle.

Zu Anfang der zweiten Runde war klar zu sehen, dass “The Predator” Francis Ngannou nachließ, er wirkte sichtbar erschöpft und Miocic bearbeitete ihn von außen mit seinem Jab und mit Legkicks.

In den folgenden Schlagaustauschen gelang es Stipe wieder und wieder, Ngannous Schwingern auszuweichen und seine eigenen SChläge zu treffen, um die 2:00 Marke der Runde traf er Ngannou mit einem harten rechten Haken, den Ngannou jedoch gut einsteckte.

2 Minuten vor Ende der Runde gelang Stipe ein halber Takedown gegen Ngannou, Ngannou befand sich gegen die Käfigwand gedrückt auf einem Knie und Stipe nutzte die Gelegenheit, um Ngannou sein Gewicht tragen zu lassen, er hielt den Kameruner bis zum Ende der Runde in dieser Position und bearbeitete ihn mit Knien und Schlägen zum Kopf.

Der Kampf lag klar in Stipes Händen, sichtbar erschöpft und mühsam erhob Francis Ngannou sich zu Beginn der dritten Runde vom Stuhl. Es dauerte keine 30 Sekunden, bis Miocic den ersten Takedown versuchte, Nachdem der erste Takedownversuch Miocics von Ngannou abgewehrt wurde befanden sich die beiden eine Weile im Clinch gegen den Käfig, bis schließlich nach einem Ausbruchsversuch Ngannous die Kämpfer sich wieder in derselben Position befanden wie vorher schon, mit Francis Ngannou auf den Knien an der Käfigwand und Miocic mit seinem Gewicht auf ihm. Als sich Ngannou schließlich befreien konnte wirkte er noch schwerfälliger als zuvor und es gelang ihm, Stipe mit einem Haken hinter die Deckung hart zu treffen. Miocic war angeschlagen, es gelang ihm jedoch sofort, Ngannou zu Bonden zu bringen und bearbeitete diesen nun aus der Half Guard, bis die Runde schließlich zu Ende war.

In der vierten Runde ging es noch schneller auf den Boden, Miocic duckte unter einem langsamen rechten Haken Ngannous hinweg und landete nach einem viel zu einfachen Single Leg zu Double Leg Takedown direkt in der Sidemount. Die gesamte vierte Runde bestand nun aus Ground and Pound Attacken Stipes gegen Ngannou, aus der Sidemount bewegte Ngannou sich auf die Knie und die Runde endete in exakt derselben Position wie auch die zweite Runde.

Die fünfte und letzte Runde fand halb im Stehen und halb im Clinch gegen den Käfig statt, insgesamt eine sehr ereignislose Runde. Francis Ngannou war zu diesem Zeitpunkt komplett stationär und stand in der Mitte des Käfigs, während Stipe schlauerweise nicht zu sehr den Schlagaustausch suchte und Respekt vor der Schlagkraft Ngannous zeigte. Ngannou versuchte zu Ende des Kampfes ein Flying Knee anzubringen, Stipe steckte dieses jedoch problemlos weg und die Runde endete im Clinch gegen den Käfig.

Kaum überraschend gewann Stipe Miocic einen klaren einstimmigen Punkteentscheid (50-44) gegen Francis Ngannou und ist damit der erste Schwergewichtskämpfer in der UFC, der seinen Titel dreimal erfolgreich verteidigen konnte.